Gemälde mit einer schlafenden Frau, die auf ihrem Schoß in ihren Armen ein schlafendes Baby hält.

Frauen der Secession II

Für viele Frauen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts der Kunst zuwandten, war die künstlerische Betätigung ein Ausdruck der Emanzipation. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland noch keine Kunstakademie, die Frauen zum Studium zuließ. Frauen mussten ihre künstlerische Ausbildung über den Weg von Privatschulen oder einem Studium im Ausland bewerkstelligen. Obwohl trotzdem immer mehr Frauen im männlich geprägten Kunstbetrieb Fuß fassten und sich künstlerisch etablierten, hatten sie kaum öffentliche Positionen inne, beispielsweise in einer Jury oder in einem Ankaufgremium. In der öffentlichen Wahrnehmung wurden sie und oftmals ironisch und abwertend als „Malweiber“  bezeichnet. Eine kunstwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Werk einzelner Künstlerinnen begann Ende der 1960er Jahre, meist aber sehr viel später. Bislang sind ihre Werke nur auf  wenigen Ausstellungen gezeigt worden.

Über die Ausstellung

Mehr als 40 Gemälde, Graphiken und Pastelle der vier Künstlerinnen kommen für die Ausstellung zumeist aus Privatbesitz an den Wannsee. Viele Gemälde wurden noch nie ausgestellt. Gezeigt werden Landschaften, Stillleben, Akte und Porträts. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf den Werken Julie Wolfthorns. Wolfthorn stammte aus einer jüdischen Familie. Sie war Gründungsmitglied der Berliner Secession und setzte sich besonders für die Belange von weiblichen Künstlerinnen ein. 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, in dem sie 1944 umkam.

 

Bildnachweis

Julie Wolfthorn, Mutter mit Kind (Schlaf), o. J., Privatsammlung