Schwarzweißfotografie einer jungen Frau mit Kurzhaarschnitt in einem Kleid, die sitzend und die Beine übereinander geschlage in die Kamera guckt

Käthe Augenstein

Fotografien

Käthe Augenstein (1899-1981) zählt zu den wenigen weiblichen Pressefotografinnen, die Ende der 1920er Jahre in Berlin erfolgreich tätig waren. Ihr fotografischer Nachlass wurde erst vor wenigen Jahren von Sabine Krell  (Stadtarchiv Bonn) wiederentdeckt, mit deren wissenschaftlicher Unterstützung auch die Ausstellung in der Liebermann-Villa stattfindet.

Über die Ausstellung

Augenstein stammte ursprünglich aus Bonn. Mitte der 1920er Jahre zog sie nach Berlin und absolvierte eine fotografische Ausbildung im Berliner Lette-Verein. Als einzige weibliche Fotografin gelang es ihr, sich mit Ihren Aufnahmen bei der renommierten Berliner Agentur Dephot zu etablieren, die maßgeblich die neu entstandenen Formate der Fotoreportage und des Fotoessays prägte und die bekannten Illustrierten, vornehmlich aus dem Ullstein Verlag, belieferte.

Sie selbst hatte enge Kontakte zur Berliner Künstler- und Intellektuellenszene. Ihr Werk enthält Porträts vieler bekannter Persönlichkeiten, wie beispielsweise Otto Dix, Renée Sintenis, Hans Albers, Thomas Mann und Max Liebermann. Augensteins Fotos zeichnen sich dabei besonders durch ihre Ausdrucksstärke und die Nähe zu den Porträtierten aus.

Nach dem 2. Weltkrieg – Augensteins Berliner Atelier wurde 1945 von Bomben zerstört – eröffnete sie ein Fotostudio in ihrer Heimatstadt Bonn. Käthe Augenstein porträtierte künftig die Politiker und das gesellschaftliche Leben der neuen Bundeshauptstadt.

Ausgehend von ihrer Liebermann-Porträtserie aus dem Jahr 1930, zeigt die Ausstellung Käthe Augenstein – Fotografien einen Überblick über das gesamte Schaffen der Fotografin.

Bildnachweis

Käthe Augenstein, Damenporträt, um 1930, Stadtarchiv Bonn