Über die Ausstellung
Gemeinsam mit seinem Freund Alfred Lichtwark, einem der führenden Köpfe der Gartenreformbewegung, beschloss Liebermann, die natürlich gewachsenen Birken unberührt zu lassen und als reizvolles Element in die Gartenkomposition zu integrieren. Mit der geraden Wegführung durch das Wäldchen, nahm er bewusst in Kauf, das einzelne Bäume auf dem Weg stehen blieben. Die unregelmäßig gewachsenen Birken und ihr spannungsvoller Kontrast zu den von Menschenhand geschaffenen geometrischen Formen von Terrasse und Heckengärten, scheinen einen besonderen ästhetischen Reiz auf den Maler ausgeübt zu haben. Geometrie und Natur waren kein Widerspruch, sondern wurden gezielt gesucht. Hinzu kommt die symbolische Bedeutung der Birke, die besonders in der Kunst um 1900 zu einem Sinnbild für Aufbruch und geistige Erneuerung wurde. Die Ausstellung zeigt die wichtigen Gemälde aus Liebermanns Serie der Birkenweg-Bilder sowie zahlreiche Pastelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Ergänzend dazu werden Werke anderer Künstler gezeigt, die den ikonografischen Kontext veranschaulichen, darunter Gemälde von Paula-Modersohn-Becker, Otto Eckmann, Philipp Franck und Heinrich Vogeler.