Eine verregnete Nachtszene mit Autoscheinwerfern, die sich in der Straße spiegeln.

Max Liebermann und Lesser Ury

Zweimal Großstadt Berlin

Vom 19. Mai bis 26. August zeigt die Liebermann-Villa am Wannsee in der Sonderausstellung Max Liebermann und Lesser Ury – Zweimal Großstadt Berlin eine Gegenüberstellung der beiden Berliner Impressionisten Max Liebermann und Lesser Ury. Die Ausstellung stellt die Berliner Großstadtbilder der beiden Impressionisten gegenüber. Sie zeigt die jeweils spezifische Sicht der beiden Maler auf ihr Berlin und ermöglicht einen differenzierten Blick auf beide Protagonisten der Kunstszene der Weltstadt Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Über die Ausstellung

Max Liebermann und Lesser Ury waren sich in herzlicher Abneigung verbunden. Dabei erkannte Liebermann das Talent des jüngeren Ury durchaus und förderte ihn anfangs. Eine Anekdote wirft jedoch schlagartig Licht auf die Entfremdung der beiden Künstler: Ury hatte nämlich behauptet, dass die Lichteffekte in Liebermanns Meisterwerk Flachsscheuer in Laren (1887) von ihm, Ury, gemalt seien. Darauf antwortete Liebermann in einem Brief an den Publizisten Maximilian Harden 1907: „Ich würde erst den Staatsanwalt anrufen, wenn er behauptete, ich hätte seine Bilder gemalt.“ Fortan behinderte Liebermann Urys Karriere wo er nur konnte. Erst nachdem Liebermann 1913 als Vorsitzender der Berliner Secession zurücktrat, konnte Ury dort regelmäßig ausstellen.

Die beiden Berliner Maler waren nicht nur gegensätzliche Persönlichkeiten und entstammten unterschiedlichen jüdischen Milieus – auch ihre Kunst ging verschiedene Wege. Malte Liebermann mit Vorliebe das Grün, immer wieder den Tiergarten, Kinderspielplätze und die Berliner Alleen, ist Ury mehr an der modernen Großstadt interessiert, setzt Nachtszenen mit Autoverkehr, Straßenbeleuchtung und typische Gebäude Berlins ins Bild.

Bildnachweis

Lesser Ury, Hochbahnhof Bülowstraße bei Nacht, 1922, Privatsammlung, Foto: Griesebach GmbH