Das Gemälde zeigt einen Ausschnitt der Blumenterrasse. Es scheint Sommer zu sein, die Geranien blühen in strahlendem Rot, andere Pflanzen kommen in verschiedenen Grüntönen daher.

Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordwesten

Max Liebermann, 1915

Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordwesten von 1915 zeigt den oberen Teil des seeseitigen Gartens. Max Liebermann wählte hierfür einen Bildausschnitt mit Blick Richtung Colomierstraße. Das Gelände ist terrassiert. Im Vordergrund erstrecken sich perspektivisch akkurat eingefasste Blumenbeete. Die roten Geranien heben sich kontrastreich vom satten Grün der umliegenden Rasenfläche ab. Zwei prächtige Schmucklilien, sogenannte Agapanthen, in großen Kübeln dominieren die rechte Bildhälfte. Vor dem dichten Grün der Bäume hebt sich im Hintergrund eine helle Steinsäule ab, die ein aus Bronze gegossener Fischotter von August Gaul als Brunnenfigur ziert.

Ab 1914 entstand eine Reihe an Darstellungen der Blumenterrasse. Immer wieder stehen architektonische Elemente wie der Anschnitt des Landhauses, Treppenstufen, Stützmauern oder zielgerade Wege dem farbenreichen Blütenmeer und dem wuchernden Grün gegenüber.

Während Liebermann sich in den Wintermonaten dem Porträtieren prominenter Persönlichkeiten in seinem Atelier am Pariser Platz widmete, arbeitete er bis in die 1930er Jahre in den Sommermonaten am Wannsee. Im Sinne impressionistischer Naturauffassung bildete Liebermann mit pastosem Pinselstrich, Spachtel und einer farbkräftigen Palette seinen Garten immer wieder aus anderen Perspektiven ab. Im Laufe der Jahre fertigte dort über 200 Gartengemälde und unzählige Arbeiten auf Papier: die Gartenbank unter dem Kastanienbaum, die Stauden am Gärtnerhaus oder den Birkenweg. Mit den Jahren wurden seine Gartenbilder, die sein Spätwerk auszeichnen, immer experimenteller und farbenfroher.

Links unten signiert mit: M Liebermann 15 (?

Maße

50x70 cm

Material und Technik

Öl auf Leinwand

Werkverzeichnis

Eberle 1915/10

Credits

Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe