Die Enkelin Max Liebermanns sitzt auf dem Schoß Martha Liebermanns. Während Marthas Blick Maria zaghaft fixiert, schaut Maria an ihr vorbei.

Großmutter und Enkelin

Max Liebermann, 1922

Auf diesem Doppelbildnis von 1922 sind Max Liebermanns Ehefrau Martha und ihre Enkelin Maria zu erkennen. Martha Liebermann, ihre dunklen, graumelierten Haare hochgesteckt, sitzt schräg im Bild auf einem grün gepolsterten Stuhl und ihre fünfjährige Enkelin sitzt auf ihrem Schoss. Max Liebermanns Ehefrau, in einem hoch geschlossenen wallenden weißen, langen Kleid aus leichtem Musselin beobachtet ihre Enkeltochter liebevoll und konzentriert von der Seite. Diese in einem kurzen weißen Wollkleidchen blickt aus dem Bild heraus in die Ferne. Marias kurz geschnittenes dunkelbraunes Haar wie auch das dunkle Haar ihrer Großmutter heben sich kontrastreich vom umliegenden Grau der Wand im Hintergrund und der hellen Sommergewänder der beiden ab.

Kurz nach seiner Entstehung ging das Gemälde in Berliner Privatbesitz über. Den Krieg überstand es in einem feuchten Keller verwahrt. In den 1950er Jahren kehrte der Besitzer des Werkes aus den USA zurück und fand es stark beschädigt vor. Ein Freund der Familie, ein Maler, wurde mit einer ersten, provisorischen Restaurierung  beauftragt. Nach dem Tod des ursprünglichen Besitzers ging es 1964 an den in den USA lebenden Sohn über.

Im Jahr 2007 war das Bild erstmals als Leihgabe in der Ausstellung „Martha Liebermann. Lebensbilder“ in der Liebermann-Villa am Wannsee zu sehen. Ein Jahr später wurde es mit Unterstützung  der Ernst von Siemens Kunststiftung für die Villa angekauft. Kurz darauf erfolgte eine sorgfältige, umfangreiche Restaurierung durch unseren Museumskonservator Oliver Max Wenske, sodass wir es heute, höchstwahrscheinlich am Ort seines Entstehens, bei uns in der Dauerausstellung präsentieren können.

Signiert links unten: M Liebermann

Maße

111x87 cm

Material und Technik

Öl auf Leinwand

Werkverzeichnis

Eberle 1922/33

Credits

Max-Liebermann-Gesellschaft, Dauerleihgabe zum ständigen Verbleib in der Liebermann-Villa, Eigentum der Ernst von Siemens Kunststiftung, Foto: Oliver Ziebe