Hugo von Tschudi, Porträt, 1902 © C.J. van Dühren, Berlin; abgedruckt in Schwedeler-Meyer, Ernst Dr. (Hrsg.): Gesammelte Schriften zur neueren Kunst, 1912

Hugo von Tschudi. Mann mit Maske.

Bebilderte Lesung zum Spannungsverhältnis von Kunst und Politik um 1900

Max Liebermann und Hugo von Tschudi verband so einiges – ihr internationales Denken, ihre zentrale Stellung im Kunstbetrieb um 1900 und ihr unermüdliches Eintreten für moderne Strömungen – oft gegen die Widerstände politischer und institutioneller Macht.

Im Jahr 2026 feiern wir Hugo von Tschudis 175. Geburtstag. Geboren 1851 in Wien, gestorben 1911 in Stuttgart, war von Tschudi Direktor der Nationalgalerie in Berlin und später leitete er die Königlichen Bayerischen Staatlichen Galerien in München. Als großer Unterstützer einer international ausgerichteten Moderne förderte er Künstler wie Édouard Manet, Auguste Rodin, Vincent van Gogh oder Käthe Kollwitz. Dies führt zu Spannungen mit dem preußischen Hof und mit Kaiser Wilhelm II., dessen Vorstellungen von „Deutscher Kunst“ er sich nicht unterordnete.

Die Lesung zeichnet Tschudi als faszinierende Persönlichkeit zwischen seiner staatsdienstlichen Verantwortung und seinem kompromisslosen Eintreten für künstlerische Freiheit nach. Grundlage sind Briefe an Familienmitglieder, Auszüge aus dem Austausch mit Cosima Wagner sowie eigene kunstpolitische Texte. Ergänzt werden sie durch Stimmen von Zeitgenossen wie Alfred Lichtwark, Wilhelm von Bode und Julius Meier-Graefe.

Mit Bildprojektionen von Werken unter anderem von Rembrandt, Francisco de Goya, Caspar David Friedrich, Édouard Manet, Paul Cézanne, Max Liebermann und Vincent van Gogh entsteht ein vielschichtiges Bild der kunstpolitischen Auseinandersetzungen um 1900.

Die Veranstaltung findet begleitend zur Ausstellung „Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik“ in der Liebermann-Villa am Wannsee statt.

Brieftranskriptionen, Auswahl von Text, Bild und Musik von Christoph Steiner, Geschäftsführer der Gebert Stiftung für Kultur und des Kulturzentrums ALTEFABRIK

 

Sprecher*innen:

Helmut Vogel lebt seit 1983 in Zürich, der Grund war ein Engagement am Theater am Neumarkt unter der Direktion von Peter Schweiger. Seit den 90er-Jahren arbeitet er als freier Schauspieler mit Ausflügen ins Regiefach, darunter mehrheitlich musikalische Produktionen vornehmlich in der deutschsprachigen Schweiz und Österreich

Laura Lienhard studierte Deutsche Philologie und Kulturanthropologie an der Universität Basel und Theater an der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq in Paris. Sie arbeitet als Schauspielerin, Performerin und Sprecherin in Deutsch, Italienisch und Französisch.

Beginn: 19.00 Uhr
Einlass: 18.15 Uhr

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