Max Slevogt, Entwurf für Kunst und Künstler, vor 1910, Tusche, © GDKE - Landesmuseum Mainz. Foto: A. Garth, Bilddetail / Max Slevogt, Kunst und Künstler Werbeanzeige, Verlag Bruno Cassirer, undatiert, Druck, © GDKE - Landesmuseum Mainz. Foto: A. Garth, Bilddetail, Design: Ta-Trung Berin

Auf zu neuen Werken! Max Slevogt, Bruno Cassirer und Max Liebermann

In unserem Audioguide zur Sonderausstellung „Auf zu neuen Werken! Max Slevogt, Bruno Cassirer und Max Liebermann“ erfahren Sie mehr über die außergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen dem Illustrator Max Slevogt und seinem Verleger Bruno Cassirer.

For the English version of the audio guide and wall texts, please click here.

WILLKOMMEN

Herzlich willkommen!

In der Ausstellung erwarten euch einzelne Audio-Stationen. Dieses Mal ist alles etwas anders konzipiert. Lasst euch überraschen! Scannt hierfür die QR-Codes an den Objektschildern und Wandtexten.

Jetzt wünschen wir euch aber erst einmal viel Vergnügen beim Hören!

Selbstbild/Fremdbild

Sprecher I:
Oh, wer ist denn das hier in der Vitrine?

Sprecherin II:
Das ist Max Slevogt. Das ist eine Radierung. Sie zeigt ihn als 52-jährigen.

Sprecher I:
Puh, schon etwas gezeichnet vom Leben der Slevogt, oder? Der Druck hat ja schon auch etwas richtig Düsteres und Unheilverkündendes.

Geschäftliche Freundschaft

Sprecherin II:
Oh, das ist auch noch etwas, was ich dir sagen wollte. Die Ausstellung erzählt auch von der Freundschaft und der Geschäftsbeziehung zwischen Max Slevogt und Bruno Cassirer.

Sprecher I:
Was waren das für Menschen. Wie kann man sich die beiden eigentlich vorstellen? Wie waren sie so?

Sprecherin II:
Max Slevogt galt auf jeden Fall als lebensfroher, impulsiver Genussmensch. Ich habe auch den Eindruck, dass er sich einen richtigen Spass aus dem Leben machte und Sinn für Humor hatte. Er sprach Cassirer z. B. in seinen Briefen mit, „Allerdurchlauchtigster Großmächtigster“ an.

Besuch bei Bruno Cassirer im Verlag

Sprecher I:
Ich wäre gerne mal bei Bruno Cassirer zu Besuch gewesen. Das war bestimmt ziemlich spannend bei ihm im Verlag.

Sprecherin II:
Ja, tatsächlich muss da eine ganz besondere trubelige Atmosphäre geherrscht haben. Karl Scheffler, der Chefredakteur der Zeitschrift „Kunst und Künstler“, beschrieb die Stimmung im Verlag später ganz schön, und sagte sowas wie: „Während einer Konferenz mit [Bruno Cassirer] über Fragen der Kunst und Literatur klingelte beständig das Telephon. Er sprach mit Leuten der Sportpresse, mit seinem Trainer und Fahrer, kaufte Heu und Hafer und nannte die Namen seiner Rennpferde [Fidelion, Morgenwind und Paprika] mit derselben Sicherheit, mit der er soeben Namen moderner Künstler ausgesprochen hatte.“

Ali Baba

Sprecher I:
Oh wow, einige Szenen hier im Raum sind ja wirklich überraschend deutlich und grausam dargestellt. Ich hätte nicht gedacht, dass das für die damalige Zeit normal war.

Sprecherin II:
Ja, aus heutiger Sicht wirkt das Märchen „Ali Baba und die vierzig Räuber“ vor allem brutal auf uns. Slevogt war schwer fasziniert davon und wählte besonders schauerliche Szenen aus, um sie zu zeichnen.

Die Mappe von Faust II

Sprecher I:
Und wer hat eigentlich all die Prachtbände aus dem Cassirer-Verlag gesammelt?

Sprecherin II:
Im Großbürgertum gehörte es zum guten Ton, Publikationen vom Verlag von Bruno Cassirer zu sammeln. Cassirer meinte, dass das Illustrationsprojekt des Faust II der große Stolz seines Verlages war. Hier auf dem runden Tisch, hier siehst du, wie groß diese Mappen und Prachtausgaben waren. Das Landesmuseum Mainz hat hier eine Mappe nach dem Original gefertigt. Dies ist genau so groß, wie die Originale. Kannst ja auch mal durchblättern.

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