Wenn Bilder sprechen

Provenienzforschung zur Sammlung der Liebermann-Villa

Die Sammlung der Liebermann-Villa am Wannsee wird seit den 1990er Jahren zusammengetragen und umfasst heute über 200 Objekte, die meisten aus der Hand von Max Liebermann. Aber wo kommen die Werke her? Welche Wege haben sie seit ihrer Entstehung bis zu ihrem Eingang in unsere Sammlung hinter sich gelassen? Diesen Fragen widmet sich die Herbstausstellung „Wenn Bilder sprechen. Provenienzforschung zur Sammlung der Liebermann-Villa“ ab 1. Oktober 2022.

 

Audioguide „Wenn Bilder sprechen“

Folgen Sie unseren Provenienzforscherinnen Alice Cazzola sowie Viktoria Krieger und ihren Erfahrungen, Entdeckungen und Erläuterungen zu den Exponaten unserer Ausstellung. Zum Audioguide (for English click here)

Galerie

Porträt eines historisch gekleideten Mannes mit fülligem Bart und historischem Kragen.
Max Liebermann, Kopf eines St. Adriansschützen aus dem Jahr 1627, Kopie nach Frans Hals, 1896, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe, Berlin
Der Blick in dem Gemälde geht aus dem Nutzgarten Richtung Osten und zeigt den Weg hin zur Liebermann-Villa, welcher gesäumt ist von blühenden Beeten.
Max Liebermann, Blick aus dem Nutzgarten nach Osten, um 1919, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Das Blatt zeigt acht Skizzen eines Dackels in verschiedenen Liegepositionen.
Max Liebermann, Teckelstudien, 1909, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Das Gemälde zeigt einen Ausschnitt der Blumenterrasse. Es scheint Sommer zu sein, die Geranien blühen in strahlendem Rot, andere Pflanzen kommen in verschiedenen Grüntönen daher.
Max Liebermann, Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordwesten, 1915, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Ein aufgeschlagenes historisches Buch wird über einer geöffneten Schublade mit weiterem historischen Material von zwei Händen mit weißen Baumwollhandschuhen gehalten.
Historische Liebermann-Bücher aus dem Bestand der Liebermann-Villa am Wannsee, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Nahansicht des Nachlasstempels MLiebermann auf der Leinwand eines Kuntwerks.
Max Liebermann, Kopf eines St. Adriansschützen aus dem Jahr 1627, Kopie nach Frans Hals, 1896, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm, Detail des Nachlassstempels, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe, Berlin
Porträt eines historisch gekleideten Mannes mit fülligem Bart und historischem Kragen.
Max Liebermann, Kopf eines St. Adriansschützen aus dem Jahr 1627, Kopie nach Frans Hals, 1896, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe, Berlin
Der Blick in dem Gemälde geht aus dem Nutzgarten Richtung Osten und zeigt den Weg hin zur Liebermann-Villa, welcher gesäumt ist von blühenden Beeten.
Max Liebermann, Blick aus dem Nutzgarten nach Osten, um 1919, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Das Blatt zeigt acht Skizzen eines Dackels in verschiedenen Liegepositionen.
Max Liebermann, Teckelstudien, 1909, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Das Gemälde zeigt einen Ausschnitt der Blumenterrasse. Es scheint Sommer zu sein, die Geranien blühen in strahlendem Rot, andere Pflanzen kommen in verschiedenen Grüntönen daher.
Max Liebermann, Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordwesten, 1915, © Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Ein aufgeschlagenes historisches Buch wird über einer geöffneten Schublade mit weiterem historischen Material von zwei Händen mit weißen Baumwollhandschuhen gehalten.
Historische Liebermann-Bücher aus dem Bestand der Liebermann-Villa am Wannsee, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe
Nahansicht des Nachlasstempels MLiebermann auf der Leinwand eines Kuntwerks.
Max Liebermann, Kopf eines St. Adriansschützen aus dem Jahr 1627, Kopie nach Frans Hals, 1896, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm, Detail des Nachlassstempels, Max-Liebermann-Gesellschaft, Foto: Oliver Ziebe, Berlin

Über die Ausstellung

Welche Wege nahmen Kunstobjekte seit ihrer Entstehung? Wer besaß sie und wann wurden sie verkauft oder ausgestellt? Das sind die zentralen Fragen der Provenienzforschung (aus dem Lateinischen provenire = hervorkommen, entstehen). Diese kunsthistorische Disziplin untersucht die Herkunftsgeschichte und Besitzverhältnisse von Kulturgütern. Neben der Forschung zu Kulturgutenzug im kolonialen Kontext, in der Sowjetischen Besatzungszone oder in der DDR steht in Deutschland besonders die Provenienzforschung im Rahmen der nationalsozialistischen Vergangenheit im Vordergrund. Ab 1933 wurden viele Kunstwerke jüdischen Besitzer*innen enteignet oder mussten verfolgungsbedingt verkauft werden. So dient die Provenienzforschung heute dazu, unrechtmäßige Besitzwechsel während der NS-Zeit offenzulegen und – im Idealfall – eine „gerechte und faire Lösung“ mit den Erb*innen zu finden.

Dank einer Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste konnten seit 2020 rund 150 Werke der Sammlung der Max-Liebermann-Gesellschaft, dem Trägerverein der Liebermann-Villa am Wannsee, auf sogenanntes NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut überprüft werden. Obwohl einige Werke durch mögliche NS-Verfolgung belastet sind, haben viele erfreulicherweise unbedenkliche Provenienzen. In unserer Ausstellung stellen wir eine Auswahl der Forschungsergebnisse vor. Wir erzählen von den Herkunftsgeschichten ausgewählter Exponate, vom Umfeld Max Liebermanns und von den Herausforderungen, die das Forschungsfeld bereithält.

Besonders dankbar sind wir der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth, die sich bereit erklärt hat, die Schirmfrauschaft über unsere Ausstellung zu übernehmen und uns damit in unserer Arbeit für die Erinnerung an Max Liebermann und seine Familie sehr bestärkt.

Programm

  • Kostenfrei
  • ,
  • Lesung & Gespräch
  • ,
  • Online

Provenienzen von Liebermann-Werken ausstellen

Kostenfreies Online-Gespräch mit Prof. Dr. Wolff-Thomsen und Isabel von Klitzing

  • Führung
  • ,
  • Kostenfrei

Mitgliederführung

Durch die Ausstellung „Wenn Bilder sprechen“

Alle Veranstaltungen anzeigen

Vermittlung

Blick auf den Birkenweg mit der Liebermann-Villa im Hintergrund
© sevens[+]maltry, Potsdam

Eröffnungsmonat mit kostenfreien Führungen

Freitags, samstags und sonntags laden wir Sie zu kostenfreien „plein air“-Führungen zu Max Liebermann und seiner Villa am Wannsee vom 1. bis 31. Oktober 2022 um jeweils 12 Uhr im Garten der Liebermann-Villa ein. Anmeldung vor Ort im Museumsshop.

Ölstudie mit einer Frau die an einer Wäscheleine Wänsche aufhängt, die im Wind weht
Max Liebermann, Wäschetrocknen – Die Bleiche, 1890, © Museum Kunst der Westküste, Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Kostenfreie Online-Gespräche

Während der Ausstellung finden vier Online-Gespräche statt. Diese kostenlosen Veranstaltungen greifen Themen rund um Provenienzforschung zu Max Liebermann, aber auch zum Kulturgutenzug im kolonialen Kontext, in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR auf.

Zum Kalender

Publikation

Begleitend zur Ausstellung erscheint auf der – von der Universität Heidelberg betriebenen – Plattform arthistoricum.net – ART-Books eine kostenlose digitale Publikation zu neuen Erkenntnissen der Provenienzforschung im Kontext von Max Liebermann und seinem Netzwerk. Diese Open-Access-Publikation geht aus der Online-Konferenz „Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk. Berichte aus der Praxis“ hervor, die im Herbst 2021 in Kooperation mit Prof. Dr. Meike Hopp, Juniorprofessorin für Digitale Provenienzforschung an der Technischen Universität Berlin, durch die Liebermann-Villa veranstaltet wurde.

Zur Online-Publikation

Weisse Schrift mit den Worten "Wenn Bilder sprechen" auf einem Foto von zwei Gemälden mit verziertem Rahmen.

Blog-Highlights

Auf einer Staffelei steht eine Papierarbeit von Max Liebermann, die von einem Fotografen im Vordergrund abfotografiert wird

Mind the Gap

Provenienzrecherchen zu druckgrafischen Arbeiten von Max Liebermann. Ein kurzer Einblick

Zum Blog

Gefördert durch

Medienpartner

Umsetzung

Projektleitung: Dr. Lucy Wasensteiner
Kuratorinnen: Dr. Lucy Wasensteiner und Alice Cazzola
Kuratorische Assistenz: Viktoria Bernadette Krieger
Recherchen: Denise Handte, Alice Cazzola, Fenya Almstadt
Ausstellungsgrafik: Ta-Trung, Berlin
Konservatorische Betreuung: Grit Jehmlich, Oliver Max Wenske
Presse, Kommunikation und Marketing: Miriam Barnitz
Museumsshop: Miriam Barnitz
Finanzbuchhaltung: Heike Wellm
Besucherdienst: Barbara Stursberg
Haustechnik: Björn Gadulla und Tom Pauling