Historisches Schwarzweißfoto von zwei Frauen sitzend vor einem Gebäude
Grete Ring (links) in ihrem Sommerhaus in Sacrow mit Marie Büning, um 1930, Foto: Arnold Büning

Grete Ring

„unwiderstehlich […] von allen bewundert“

Die in Berlin geborene Grete Ring (1887–1952) war eine Naturgewalt. Die Fotografin und Kunsthändlerin Marianne Breslauer-Feilchenfeldt beschrieb sie mit den Worten: „Wirklich unwiderstehlich […] von allen bewundert, wenn auch gelegentlich ein wenig gefürchtet, denn sie schreckte vor niemandem und nichts zurück.“

Als eine der ersten Frauen, die Kunstgeschichte studierte, promovierte Ring bei Heinrich Wölfflin und war als Wissenschaftlerin und Kritikerin hoch angesehen. Ab 1921 arbeitete sie als Kunsthändlerin im Kunstsalon Cassirer in Berlin, ab 1924 als Geschäftspartnerin an der Seite von Paul Cassirer und Walter Feilchenfeldt. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Ring im Jahr 1937 Deutschland verlassen. Ein Jahr später eröffnete sie die Londoner Filiale der Firma Cassirer und setzte in Großbritannien ihre Arbeit als Kunsthändlerin und Kunsthistorikerin erfolgreich fort. Im Laufe der Jahre trug Ring eine beeindruckende Sammlung französischer und deutscher Zeichnungen zusammen und publizierte zu den verschiedensten kunsthistorischen Epochen. Ihre Entdeckung der sogenannten Wacker’schen Van-Gogh-Fälschungen war 1932 eine Sensation.

Im Herbst 2023 widmet die Liebermann-Villa am Wannsee Grete Ring, die auch Liebermanns Nichte sowie enge Freundin seiner Tochter Käthe und die Patin seiner Enkelin Maria war, erstmalig eine Ausstellung. Die Ausstellung wirft neues Licht auf Rings bahnbrechende Karriere zwischen Berlin und dem Londoner Exil.

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Paul Cassirer & Walter Feilchenfeldt Archiv in Zürich statt. Sie wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds Berlin.