Eine Schwarz/Weiß-Fotografie von der Kunsthändlerin Grete Ring: sie trägt einen schwarzen Hut, ein gemustertes Kleid, verschränkt ihre Arme und hält einen Auktionskatalog aufgeschlagen auf ihrem Schoß und beobachtet konzentriert das Geschehen.
Bela Balassa, Grete Ring und Max J. Friedländer bei einer Auktion, 1931, Foto: Privatsammlung

Grete Ring. Kunsthändlerin der Moderne

Von Cézanne und Renoir bis Liebermann und Kokoschka

Die in Berlin geborene Grete Ring (1887–1952) war eine Naturgewalt, „wirklich unwiderstehlich […] von allen bewundert, wenn auch gelegentlich ein wenig gefürchtet, denn sie schreckte vor niemandem und nichts zurück“ (Marianne Feilchenfeldt, geborene Breslauer). Als eine der ersten Frauen, die Kunstgeschichte studierten, war sie als Wissenschaftlerin und Kritikerin hoch angesehen – und ist heute in Vergessenheit geraten.

Ab 30. September 2023 widmet die Liebermann-Villa am Wannsee der beeindruckenden Kunsthändlerin der Moderne und ihrer Sammlung erstmals eine Ausstellung mit einzigartigen Leihgaben französischer und deutscher Zeichnungen aus dem Ashmolean Museum in Oxford. Als Nichte Max Liebermanns, als enge Freundin seiner Tochter Käthe und als Patin seiner Enkelin Maria war Ring ein regelmäßiger Gast in Liebermanns Sommerhaus am Wannsee. Höchste Zeit, sie wieder am Wannsee zu begrüßen.

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Einblicke

Historisches Schwarzweißfoto einer Frau mit einem aufgeschlagenen Buch auf dem Schoss in einem Raum mit vielen Personen.
Bela Balassa, Grete Ring und Max J. Friedländer bei einer Auktion, 1931, Foto: Privatbesitz
Aquarell einer Frau
Oskar Kokoschka, Bildnis Grete Ring, Aquarell und Zeichnung, ca. 1923, Foto: Privatbesitz
Historisches Schwarzweißfoto von einer Frau und einem Mann vor einem Oldtimer-Auto
Grete Ring und Alfred Flechtheim in Berlin, um 1932, Foto: Privatbesitz
Historisches Schwarzweißfoto von zwei Frauen sitzend vor einem Gebäude
Grete Ring (links) in ihrem Sommerhaus in Sacrow mit Marie Büning, um 1930, Foto: Arnold Büning
Grete Ring mit ihrem Pudel im britischen Exil, ca. 1942, Foto: Privatbesitz
Kreidezeichnung einer Düne mit Häusern
Max Liebermann, Dünen bei Noordwijk, ca. 1895-1900, Ashmolean Museum, Oxford
Historisches Schwarzweißfoto einer Frau mit einem aufgeschlagenen Buch auf dem Schoss in einem Raum mit vielen Personen.
Bela Balassa, Grete Ring und Max J. Friedländer bei einer Auktion, 1931, Foto: Privatbesitz
Aquarell einer Frau
Oskar Kokoschka, Bildnis Grete Ring, Aquarell und Zeichnung, ca. 1923, Foto: Privatbesitz
Historisches Schwarzweißfoto von einer Frau und einem Mann vor einem Oldtimer-Auto
Grete Ring und Alfred Flechtheim in Berlin, um 1932, Foto: Privatbesitz
Historisches Schwarzweißfoto von zwei Frauen sitzend vor einem Gebäude
Grete Ring (links) in ihrem Sommerhaus in Sacrow mit Marie Büning, um 1930, Foto: Arnold Büning
Grete Ring mit ihrem Pudel im britischen Exil, ca. 1942, Foto: Privatbesitz
Kreidezeichnung einer Düne mit Häusern
Max Liebermann, Dünen bei Noordwijk, ca. 1895-1900, Ashmolean Museum, Oxford

Über die Ausstellung

Nach der Promotion bei Heinrich Wölfflin war Grete Ring zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin der Berliner Museen, bevor sie kurz nach dem Ersten Weltkrieg in den Kunstsalon Cassirer, die führende Kunstgalerie in Berlin, eintrat. Ihre Entdeckung der sogenannten Wacker’schen Van-Gogh-Fälschungen im Jahr 1928 sorgte für eine Sensation. Vor der drohenden Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime war sie gezwungen, Berlin 1938 zu verlassen. Im Londoner Exil konnte sie ihre Karriere mit der Gründung einer Dependance des Kunstsalons Cassirer erfolgreich fortführen.

Das Leben Rings wird in der Ausstellung mit Kunstwerken, die sie selbst ausstellte oder mit denen sie einst handelte, mittels Fotografien und erhaltener dokumentarischer Materialien zum ersten Mal rekonstruiert. Ihre enge Freundschaft mit Oskar Kokoschka wird dank Werken, die Ring selbst darstellen und die er ihr schenkte, vorgestellt. Im Laufe der Jahre trug Ring auch eine beeindruckende Sammlung französischer und deutscher Zeichnungen zusammen, die nach ihrem Tod dem Ashmolean Museum in Oxford vermacht wurde. Darunter finden sich u.a. Blätter von Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir, Caspar David Friedrich, Edgar Degas, Jean-Auguste Dominique Ingres und Eugène Delacroix. Die Liebermann-Villa schätzt sich glücklich, eine Auswahl dieser Meisterwerke im Rahmen der Ausstellung zeigen zu können.

Die Ausstellung wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds; der begleitende Katalog von der International Music & Art Foundation. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, und von Paul Smith, Director of the British Council in Germany.

Programm

  • Führung

Mitgliederführung

Durch die Ausstellung „Grete Ring“

  • Führung

Ausstellungsführung

Grete Ring. Kunsthändlerin der Moderne

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Audioguide „Grete Ring“

Erfahren Sie mehr über unsere Sonderausstellung „Grete Ring. Kunsthändlerin der Moderne“ und lernen Sie diese außergewöhnliche Frau im Audioguide näher kennen. Zum Audioguide

Vermittlung

Collage mit Frau und Hund in Schwarzweiß, einer Lupe und einem aktuellen Foto der Liebermann-Villa
Collage: Grete Ring mit ihrem Pudel im britischen Exil, ca. 1942, Foto: Privatbesitz / Foto der Liebermann-Villa: sevens[+]maltry, Potsdam

Programm für Kinder & Familien

Geht gemeinsam mit Dr. Grete Ring auf Fälschungsjagd in der Liebermann-Villa oder nehmt an einem Zeichnungsworkshop im Museum teil. Auf euch wartet ein spannendes, kostenfreies Programm für Kinder und Familien!

Zeichnung einer Frau
Katerina Wilczynski, Dr. Grete Ring, 18.2.1949, Federzeichnung, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Online-Talks & Masterclass

Wer waren die großen Kunsthändlerinnen der vergangenen Jahre? Welche Kunsthistorikerinnen des 20. Jahrhunderts kennen wir? Und wie sammelt man eigentlich Zeichnungen? Wir laden zu zwei Online-Gesprächen und einer Masterclass mit namhaften Gästen ein. Kostenfrei, dank der Förderung des „Hauptstadtkulturfonds“.

Publikation

Zur Ausstellung erscheint der begleitende Katalog „Grete Ring. Kunsthändlerin der Moderne“ in deutscher Sprache mit zahlreichen Abbildungen und Essays zum Leben und Wirken von Grete Ring.

Sandstein Verlag, 2023
Herausgeber: Liebermann Villa am Wannsee; Lucy Wasensteiner; Viktoria Krieger
168 Seiten, 120 meist farbige Abb., 26 x 21 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-95498-771-9
34,00 € (während der Ausstellungslaufzeit im Shop der Liebermann-Villa 26,00 €)

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Cover des Ausstellungskatalogs „Grete Ring“ mit einem historischen Schwarzweißfoto und dem Buchtitel
Ausstellungskatalog „Grete Ring. Kunsthändlerin der Moderne", Sandstein Verlag, 2023

Mit freundlicher Unterstützung

Medienpartner

Umsetzung

Projektleitung: Dr. Lucy Wasensteiner
Kuratorische Projektleitung: Viktoria Bernadette Krieger
Ausstellungsgrafik: Ta-Trung, Berlin
Restauratorische Betreuung: Grit Jehmlich, Oliver Max Wenske
Presse, Kommunikation und Marketing: Miriam Barnitz & Elisa Plitt
Museumsshop: Tino van Buuren
Vermittlung „Grete Ring“: Laureline van den Heuvel
Besucherdienst: Barbara Stursberg
Fundraising & Kooperationen: Franca Gelfort
Haustechnik: Tom Pauling, Hans Josef Reifferscheid, Andreas Wildgrube
Praktikantin: Daryna Khomenko